Planlos in die Zukunft!

Diese Dokumentation ist zwar schon etwas älter aber dennoch interessant und immer noch brisant.

Wie Bundesdeutsche Politiker das Geld des Volkes zum Fenster rausschmeißen…
Planlos in die Zukunft! – Welche Zukunft?

Teil 1:

Teil 2: http://youtu.be/lyBPoiVxskk
Teil 3: http://youtu.be/wWigI3tWYgo
Teil 4: http://youtu.be/u9ND1rZIWvQ
Teil 5: http://youtu.be/oaqgqpy0NzY

 

 

Die Grußwörter des Herrn Mehdorn

MehdornAuch wenn wir das Propagandablatt des FBB noch nicht oft in den Händen gehalten haben, sind wir doch positiv über die Äußerungen in den Editorialen überrascht, die Herr Mehdorn höchst persönlich verfasst. Man spürt in seiner dem Menschen zugewandten Art, dass er sich um uns alle kümmert, um mit seinen Nachbarn (wie es immer so schön heißt) erfolgreich diesen Flughafen zu Ende zu bauen.

Hier ein paar Auszüge aus den letzten Ausgaben, mit Kommentaren von uns.

Mehdorn: „Als Geschäftsführer des Flughafens bin ich verpflichtet, für dessen wirtschaftlichen Betrieb zu sorgen. Erst recht dann, wenn es dabei um das Geld des Steuerzahlers geht.

BIM: Wir sagen, danke! Endlich denkt mal jemand an die Finanzen! Wir dachten schon, die diversen Wirtschaftlichkeitsdiagnosen sind ernst zu nehmen. Der BER-Live-Kostenticker wollte uns schon weiß machen, dass wir tatsächlich 5,8 Mio. Kita Plätze mit den am BER derzeit verbauten Steuergeldern hätten finanzieren können. (http://bi-mueggelheim.de/?p=1918)
Andere sprechen gar von 20 Mrd. verprasster Steuergelder (http://bi-mueggelheim.de/?p=1749) oder wieder andere davon, dass der Flughafen sich die nächsten 60 Jahre nicht amortisieren wird.  (https://ber.piratenfraktion-berlin.de/dokumente/212/) Gott sei Dank, nehmen Sie sich der Sache jetzt an!

Mehdorn: „Der Flughafen Berlin Brandenburg wird nach seiner Eröffnung mit rund 20.000 direkt Beschäftigten zur größten Arbeitsstätte Berlin-Brandenburgs werden.“

BIM: Wir sagen, schön! Sollte denn der Flughafen irgendwann eröffnet werden, dann werden auf einen Schlag 20.000 Arbeitsplätz geschaffen. Toll! Mehr als die größten Unternehmen in Berlin nach den dort Beschäftigten. Mehr als die Deutsche Bahn, Vivantes, Siemens, Charité und BVG bespielsweise. Erstaunlich, dass laut Wikipedia die Flughafengesellschaft derzeit noch nicht dazu gehört. https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaft_Berlins#Unternehmen
Wenn man allerdings bedenkt, dass die FBB auf den Flughäfen schon jetzt 18.000 Beschäftigte hat, kommen ja doch nicht so viele hinzu. Wenn er denn mal eröffnet. Arbeitsplätze wären wohl eher bei den Unternehmen angesiedelt, die im und für den Flughafen arbeiten. Wenn er aber nicht fertiggestellt wird, werden eher Arbeitsplätze verhindert.

Mehdorn:Durch das erfolgreiche Volksbegehren in Brandenburg für mehr Nachtruhe keimt nun im direkten Flughafenumfeld die Hoffnung auf, an dem sorgsam austarierten Kompromiss zu den Betriebszeiten könne sich noch etwas ändern.“

BIM: Diese Schurken! Gerade einmal lächerliche 250.000 Bürger in Berlin und Brandenburg machen sich für ein Nachtflugverbot, wie es im Planfeststellungsverfahren festgelegt wurde, stark. Sollen die doch woanders hinziehen. Ihre Grundstücke und Häuser werden die doch nun zu super Preisen los, schließlich will ja jeder in einer Einflugschneise wohnen. So etwas darf man gar nicht erst „aufkeimen“ lassen. Schließlich wurde doch der Standort Schönefeld in einem wissentschaftlichen lupenreinen Verfahren ausgewählt. Und jetzt wollen die Anwohner auf einmal Nachtruhe?!? Ergebnisse einer Standortsuche: http://bi-mueggelheim.de/?p=1320

Mehdorn: Und schließlich gibt es rund um den BER den weltweit besten Lärmschutz an einem Flughafen.

BIM: Und wir dachten schon, die Bearbeitung der Anträge für Schallschutz liegen auf Eis. Wahrscheinlich werden dann diese 200 € Lüfter, die den Schimmel an der Schlafzimmerwand verursachten dann noch kurz vor der Eröffnung durch die weltbesten Schallschutzkonzepte ausgetauscht. Gut, dass sie uns noch einmal daran erinnern. (Miefquirle als Schallschutzmaßnahme: http://bi-mueggelheim.de/?p=148)

Mehdorn: „In der veröffentlichten Meinung dominiert der Eindruck, dass sich Flugroutenverhinderer und Nachtfluggegner auf eine breite Mehrheit in der Bevölkerung stützen können. In Wahrheit ist es aber doch wohl so, dass gehört wird, wer am lautesten schreit. … Zu den Selbstverständlichkeiten unseres Alltages gehört eben, dass wir jederzeit zu einem erschwinglichen Preis fliegen können wohin wir wollen. Eine lautstarke Minderheit ist trotzdem dafür, dass man dagegen ist. Auf der ILA haben Tausende Besucher gezeigt, dass sie von der Luftfahrt begeistert sind.“

BIM: Also eins ist schon mal klar,  jeder hat das Recht überall zum billigsten Preis hinfliegen zu können, natürlich ohne Rücksicht auf die Anwohner oder vielleicht noch Natur- und Umwelt. Und diese Flugroutenverhinderer, irgendwo müssen die Flugzeuge doch lang fliegen und ein für die Anwohner günstigeres An- oder Abflugverfahren kostet halt auch. Darauf möchte niemand rücksicht nehmen, denn Geiz ist Geil! Und außerdem, sind natürlich alle Menschen die in einer Einflugschneise leben nicht von Luftfahrt begeistert. Das wäre ja so, als wenn Menschen die an Straßen leben, Autos fahren würden.

Wir freuen uns, dass Sie uns auch die weiteren Jahre so liebe Grußworte in ihren Leitartikeln schreiben und werden in Zukunft öfter mal bei Ihnen reinschauen. Wenn das mit dem Flughafen auch nichts wird, die Zeitung ist ja ganz ordentlich.

Uns ist klar, dass man den Erfolg dieses Bauprojektes nicht an einzelnen Personen festnageln kann. Deshalb ist es umso wichtiger, dass solch ein Bauprojekt ordentlich kontrolliert wird und für die Steuerzahler transparent bleibt. Auch wenn der aktuelle Untersuchungsaussschuss bei der Flughafengesellschaft bei Ihnen sehr unbeliebt ist, zeigt er uns Bürgern, wie wir doch an der Nase herumgeführt wurden und werden. Und das muss und sollte man sich in einer Demokratie nicht gefallen lassen. Bei einer Lektüre des Zwischenberichts des Untersuchungsausschuss (http://redmine.piratenfraktion-berlin.de/dmsf_files/9674?download=) fällt einem das ganze Schlamassel von Anfang an auf. Liest man dann diese Leitartikel wird einem einfach nur schlecht.

Hier die Zeitschrift BER aktuell mit den angesprochenen Editorialen: https://www.berlin-airport.de/de/presse/publikationen/index.php/unternehmen/2014

Einladung zur Flughafenkonferenz

Dflughafenkonferenz2014ie Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Brandenburger Landtag veranstaltet unter Beteiligung der Fraktion des Abgeordnetenhauses von Berlin am Samstag den 14. Juni 2014 von 10:00 bis 18:00 Uhr eine Flughafenkonferenz.

Dazu möchte ich Sie, Ihre Bürgerinitiative und interessierte Kreise aus Ihrem Umfeld herzlich einladen.

Veranstaltungsort ist die Technische Hochschule in Wildau, südöstlich des Flughafens BER bei Berlin (15745 Wildau, Hochschulring, Halle 17).

Themenschwerpunkte sind die Auswirkungen des Flugbetriebs auf die Gesundheit von Flughafenanwohnern, eine realistische Bewertung der wirtschaftlichen Effekte von Flughäfen, sowie die rechtliche Stellung der Betroffenen. Letztlich geht es um eine dringend notwendige gesellschaftliche Debatte und um die Suche nach Lösungswegen. Die Vorträge beleuchten teils die deutschlandweite Problemlage, teils die spezifische Situation am BER.

Zu den genannten Themen referieren:

  • Prof. Thomas Münzel (Kardiologe, Direktor 2. Medizinische Klinik Uni Mainz)
  • Prof. Friedrich Thießen (TU Chemnitz, Fachgebiet Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre)
  • Prof. i.R. Richard Vahrenkamp (ehem. Uni Kassel, Fachgebiet Produktionswirtschaft und Logistik)
  • Helmut Breidenbach (Präsident Bundesvereinigung gegen Fluglärm)
  • Uwe Brendle (Umweltbundesamt)
  • Henning Thole (Ärzte gegen Fluglärm)
  • RA Franziska Heß (Kanzlei Baumann)
  • Michael Cramer (MdEP, Bündnis 90/Die Grünen)
  • Stephan Kühn (MdB, Bündnis 90/Die Grünen)
  • Harald Moritz (MdA, Bündnis 90/Die Grünen)
  • u.A.

Zu weiteren Details siehe: www.gruenlink.de/pt5

Teilenteignung, für die Gewinne der Luftfahrtlobby?

In Müggelheim haben wir, wie in anderen Regionen rund um den Flughafen in Schönefeld sehr unter dem Lärm der Flugzeuge zu leiden. Durch den Lärm und auch die Umweltbeeinträchtigungen leidet die Lebensqualität der Anwohner. Je dichter Flughafen und Anwohner beisammen leben, je mehr Menschen sind von diesen Einbussen betroffen. Wenn man die Anzahl der Unterschriften für das Volksbegehren Nachtflugverbot in Berlin und Brandenburg zusammenzählt, scheinen es wohl mindestens 1/4 Millionen Menschen zu sein, die sich in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt fühlen.

Nun zur Enteignung! Das hört sich wirklich hart an und erinnert eher an vergangene Zeiten oder an totalitäre Staaten, als an die Demokratie in der wir hier leben. Aber wenn man genau hinschaut, so kann man es erkennen. Nur das in unserem Fall nicht ein Diktator oder Ähnliches die Enteignung vollzieht, sondern die Wirtschaft bzw. die Lobby der Luftverkehrsindustrie (auch eine Art Diktat) und zwar still und heimlich mit Unterstützung des Staates.

Was ich mit Enteignung direkt meine, ist der Wert unserer Grundstücke. Viele Müggelheimer leisten sich ein Grundstück oder Haus, meist über Kredite finanziert. Dafür habe sie nach der Wende viel Geld bezahlt, oder verpflichten sich ihr Leben lang einen hohen Preis dafür zu bezahlen. Auch deswegen, weil so eine Investition in eine Immobilie auch eine Altersvorsorge ist. Der Wert der Grundstücke war damals für Berlin / Brandenburger Verhältnisse ziemlich hoch. Und das nicht ohne Grund, denn Müggelheim ist umgeben von einer prächtigen Seenlandschaft und herrlicher Natur.

Nach der Wende wurden Grundstückspreise über 200€ (400 DM) und 1995 für ca. 180 € (350 DM) gezahlt. So viel war dieses Fleckchen Erde einmal Wert. Seit Beginn der Planungen für den Flughafen BBI / BER ist der Preis kontinuierlich gesunken. Im Jahre 2000 lag er bei umgerechnet 120 € (230 DM) und heute liegt er bei gerade einmal 85 € (160 DM).

Was bedeutet das unterm Strich? Der Staat und das Land führen eine Subventionspolitik, die es ermöglicht, dass sich die Luftfahrtlobby auf unsere Kosten bereichert, während wir mit jedem Euro Verlust alleine dastehen und damit klar kommen müssen. Wer zahlt uns diese Verluste, die wir für das angebliche Wohl der Gemeinschaft opfern müssen?

Bei der 87. Fluglärmkommission (FLK) hat man im Oktober 2013 nüchtern festgestellt, dass die Grundstückspreisentwicklung nichts mit dem Flughafen zu tun hat. Wie deckt sich diese Aussage aber mit den Bewohnern Müggelheims, die öfter sagen: „Wenn die Flugzeuge nicht wären, wäre Müggelheim der schönste Ort der Welt.

Aus diesem Grunde muss der Stichtag für die Ermittlung und Bewertung von Grundstückspreisen in Zusammenhang mit dem Bau des Flughafens BER am Standort Schönefeld spätestens auf den 1. Januar 1995 festgelegt werden. Berücksichtigt man die Jahre 1996 bis 1999 bei der Betrachtung der Grundstückspreisentwicklung nicht, so verschließt man die Augen vor den tatsächlichen Auswirkungen des Flughafens auf die Werteentwicklung im Immobilienbereich.

Lesen Sie dazu das Schreiben an Hölmer – Entwicklung von Grundstückspreisen zur 87-FLK zu diesem Thema an den Bezirksstadtrat Herrn Hölmer von der Friedrichshagener Bürgerinitiative und Herrn Stein von der BI Müggelheim.

Des Weiteren können Sie hier alle Dokumente zur 87. Sitzung der Fluglärmkommission herunterladen. Darunter auch die Präsentationen der einzelnen Gemeinden und der Stadt Berlin zur Grundstückspreisentwicklung. Für Müggelheim und Friedrichshagen interessant ist sicherlich diese Präsentation: Entwicklung der Grundstückswerte Berlin – FLK 14

So bleibt mir zum Schluss nur noch ein Appell an alle Bewohner, die sich an dieser Tatsache reiben, nämlich mit einer Szene aus dem Film „Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt“ von Bertold Brecht.
Einer der Arbeiter bemerkt, dass die Wohlhabenden die Welt sowieso nicht verändern werden, worauf einer der Wohlhabenden fragend erwidert, wer denn stattdessen die Welt verändern könne. Gerda antwortet: „Die, denen sie nicht gefällt.

4 Stunden Hintergrundinformationen über den BER

Holger Klein interviewt Martin Delius in zwei Gesprächen über die Arbeit im Untersuchungsausschuss BER.

Interview vom 09.09.2013: 

Interview vom 04.02.2013: 

 

Interview mit Martin Delius über die Arbeit im BER Untersuchungsausschuss

TAZ-Streit der Woche – Tegel gehört geschlossen

Tegel gehört geschlossen, Schönefeld wäre als sehr stadtnaher Flughafen und raumordnerisch ungeeigneter Standort nur provisorisch mit hohen Lärmschutz – Auflagen und dem Kompromiss eines strikten Nachtflugverbotes von 22 – 6 Uhr bis zur  Eröffnung eines neuen, stadtfernen, privat finanzierten Flughafens zu betreiben.

Bereits vor mehr als 100 Jahren hat Robert Koch  Lärm, den der Mensch ebenso „unerbittlich wie die Pest und Cholera bekämpfen müsse“, als künftige Geisel der  Menschheit erkannt.

Schon tagsüber ist Verkehrslärm / Fluglärm vielerorts nicht mehr zumutbar. Jedoch stärker gesundheitsbeeinträchtigend ist Lärm / Fluglärm in der Nacht, weil dann die  Erholungsphase fehlt,die für Körper und Seele unbedingt notwendig ist. Während für  Erwachsene eine ungestörte Nachtruhe von 7 – 8 Stunden unabkömmlich ist, benötigen  Kinder für eine normale körperliche und geistige Entwicklung wesentlich mehr Schlaf.

In den letzten Jahren wurden viele wissenschaftlich Erkenntnisse zu den  gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Flug- / Nachtfluglärm zusammengetragen.
So fordern WHO, UBA, Deutsche Herzstiftung und weitere Ärzteorganisationen ein  Nachtflugverbot von 22 – 6 Uhr. Erstmalig hat der Deutsche Ärztetag im Mai 2012 in  einer weitreichen – den Entschliessung auf die gesundheitlichen Risiken von Fluglärm  und Schadstoffemissionen und die hieraus resultierenden Behandlungskosten  hingewiesen und den Gesetzgeber aufgerufen, zum Schutz der Bevölkerung kurzfristig  das bestehende Fluglärmgesetz mit den deutlich zu hohen Lärmgrenzwerten zu überarbeiten.

Leider ignorieren Politik und Wirtschaft wissentlich das grundgesetzlich geschützte  Recht der betroffenen Bürger auf körperliche Unversehrtheit und manipulieren  mit  Hilfe der Medien eine nicht betroffene egoistische Bevölkerung, die rücksichtslos auf  kürzestem Weg den nächsten Flughafen  erreichen und dank hoher staatlicher  Subventionen in den Luftverkehr so billig wie möglich zu jeder Tages-und Nachtzeit  fliegen können möchte.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Heinz Stein
Berlin-Müggelheim
Jahrgang 1936

Leise Zukunft?

Für kommende Flugzeuggenerationen gibt es einige Verbesserungen, die den Schall von Flugzeugen verringern könnten. Das sind gute Aussichten für die Anwohner in Flughafennähe denkt man. Denn das immer größer werdende Flugverkehrsaufkommen lässt sie nicht mehr ruhig schlafen. Weltweit steigt das Lärmaufkommen und die Menschen werden immer gestresster. Das dies auch gesundheitliche Schäden nach sich zieht, haben zahlreiche Studien belegt.

Neben dem passiven Schallschutz könnte man aktiv an der Schallquelle ansetzen. So könnten zum Beispiel Triebwerke in Zukunft leiser werden und Wissenschaftler arbeiten derzeit daran die Triebwerksgeräusche zu verringern, in dem gezielter Gegenschall durch komprimierte Luft direkt am Triebwerk bestimmte Frequenzen auslöscht oder zumindest verringert. Lars Engelhardt vom DLR-Institut für Antriebstechnik in Berlin meint sogar: „Im Idealfall könnte der Triebwerkslärm so halbiert werden.“

Andere Forschungen beschäftigen sich mit den Geräuschen, die durch Luftströmungen am Flugzeug auftreten. Diese erzeugen beispielsweise im Landeanflug nahezu die gleiche Lautstärke wie die Turbinen selbst. Man könnte die Umströmungsgeräusche von Fahrwerk, Vorflügel und Landeklappen durch aerodynamische Konstruktionen verringern.

Quelle: Deutsche Flugsicherung

Quelle: Deutsche Flugsicherung

Ebenfalls erforscht werden flexiblere Anflugrouten. Mit einem neuen System, welches sich derzeit in der Erprobung befindet, ist es möglich Fluglärm im äußeren Anflugbereich zu reduzieren, Treibstoff zu sparen und den Schadstoffausstoß zu reduzieren. Bei  sogenannten „Continuous Descent Approach“- Anflügen (CDA) handelt es sich um einen kontinuierlichen Sinkflug ohne Unterstützung der Triebwerke. Mittels eines Point Merge Systems (PMS) werden die Flugzeuge in verschiedenen  Warteschleifen gesammelt und reihen sich aus unterschiedlichen Richtungen ein. Für den Endanflug ändert sich allerdings nichts, dieser wird weiterhin durch den Leitstrahl (ILS) in einem vorgegebenen Winkel und Kurs zur Landebahn geführt. Durch dieses „Reisverschlussverfahren“ könnten aber immerhin größere Flugzeuge wie Boeings 747 oder der Airbus A330 pro Flug fast eine halbe Tonne weniger Kerosin verbrauchen, wie die Umweltorganisation Atmosfair ermittelt hat.

So gibt es die eine oder andere interessante Innovation. Einige davon könnten schon sofort einen Einsatz finden andere sicherlich erst mit neuen Flugzeuggenerationen. Wie groß das Interesse ist, diese Innovationen in die Tat umzusetzen bleibt fraglich, da für die Fluggesellschaften nicht immer ein direkter Mehrwert entsteht. Wahrscheinlich werden wir einige Innovationen erst in 30 Jahren „nicht“ hören, wenn sich neue Flugzeuggenerationen am Markt etabliert haben.

Es liegt an uns Bürger immer wieder darauf aufmerksam zu machen, dass wir mit der derzeitigen Situation der Lärmbelastung nicht zufrieden sind. Es liegt an uns Druck auf die Politiker auszuüben einen gerechteren Flugverkehr zu fördern. Gerechter für die Anwohner und für die Umwelt.

Bis Technologien im Einsatz sind, die Flugzeuge geräuscharm starten und landen lassen, ist es notwendig die Bevölkerung vor dem krankmachenden Lärm zu schützen. Bis dahin ist es notwendig ein striktes Nachtflugverbot von 22:00 Uhr – 6:00 Uhr einzuhalten und Flughäfen nicht in stark bewohnte Gebiete zu bauen.

Trotzdem dürfen wir gespannt bleiben – wann diese Innovationen in die Praxis übernommen werden.

Quellen:

Brandenburg stimmt für ein Nachtflugverbot

Wer hätte das gedacht? Nachdem Berlin so knapp an seinem Ziel vorbeigerutscht ist, war wohl niemand so wirklich sicher, ob das Volksbegehren in Brandenburg für Nachtflugverbot von 22:00 – 06:00 Uhr erfolgreich sein wird. Aber nun ist es klar, Brandenburg hat nach den ersten Auszählungen das Ziel der 80.000 Unterschriften weit übertroffen. 106.322 Unterschriften für das Nachtflugverbot hat es gegeben.

Jetzt ist die Politik gefragt!

Zum gelungenen Volksbegehren in Brandenburg gratuliert die BürgerInitiative Müggelheim allen, die daran mitgewirkt haben. Es ist ein Sieg, der viele Väter hat und demonstriert nachhaltig, dass Einigkeit der Bürgerbewegungen in Berlin und Brandenburg uns stark macht.

Die Abgeordneten im Brandenburger Landtag müssen nun beweisen, wie ernst sie direkte Demokratie und die Stimmen von mehr als 250.000 Betroffenen im Umfeld des Flughafens nehmen. Sie sollen aber auch wissen, wir werden nicht nachlassen im Kampf, denn dieses Ergebnis spornt uns an.“

Uns erreichte auch ein Dankeschön aus Erkner von Mario Hausmann.

Er schreibt:
„In der Geschichte Brandenburgs sind bislang acht Volksbegehren zu unterschiedlichen Themen gescheitert, jetzt haben wir es endlich geschafft: Das  vorläufiges Ergebnis des Volksbegehrens „Nachtflugverbot“ hat 106.332 gültige Unterschriften ergeben (gefordert waren 80.000). Insgesamt haben sich 109.157 Bürgerinnen und Bürger an dem Volksbegehren beteiligt.
Die genauen Zahlen werden erst im Januar bekanntgegeben.
Unsere monatelange und harte Arbeit hat sich gelohnt und spiegelt sich nun in deutlichen Zahlen wieder.
Ich möchte allen Helfer/innen, die uns hier vor Ort in Erkner unterstützt haben ein ganz herzlichen Dank aussprechen.
Ohne die Hilfe von außen wie z. B. Müggelheim und Rangsdorf, die hier sehr aktiv  waren, hätten wir nicht so eine tolle und flächendeckende Öffentlichkeitsarbeit leisten können.
Auch die Lärmwehr hat hier einen erheblichen Beitrag geleistet und die Brandenburger/innen akustisch wachgerüttelt.
Dieser Zusammenhalt insgesamt zeigt mir, dass wir aus Kooperationen voneinander lernen und profitieren können, dies weiter ausbauen müssen und somit die Politik in die Schranken verweisen können.

Viele Grüße und besinnliche Tage“

Schutzgut Mensch und Demokratie – Dr. Marz

Im Zeitraum von 1991 bis 2002 war Dr. Manfred Marz als Vertreter des Bezirksamtes Köpenick, später Treptow-Köpenick, sowohl in der Fluglärmkommission Schönefeld als auch an den Standortsuchverfahren, am Mediations-, Raumordnungs- sowie am  Planfeststellungsverfahren für den Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) beteiligt. Aus erster Hand kann er so die damaligen Planungsvorgänge  zusammenfassen.

Lesen Sie den kompletten Artikel hier. Schutzgut_Mensch_Demokratie_Dr.Marz