Messbericht mobile Fluglärmmessung in Müggelheim

Der Messbericht für die mobile Fluglärmmessung in Müggelheim ist sehr interessant und in einem Punkt sensationell. Schon in der Zusammenfassung stellt die Messstelle fest, dass die Messergebnisse, die gleichzeitig in der Sobernheimer Straße (Nachtschutzgebiet – http://goo.gl/Z3ObjI) und im Eppenbrunner Weg (Tagschutzgebiet – http://goo.gl/h35Ik9) gemessen wurden,  nahezu identisch sind. Das bedeutet, man gibt eigentlich zu, wie schizophren die willkürlich vorgenommene Einteilung in Tag – und Nachtschutzgebiete ist. Natürlich können wir jetzt wenig damit anfangen (weil eine Veränderung ja erst nach Eröffnung zugelassen ist), aber es sollte uns bestärken, alles zu tun, damit wir nach Eröffnung des Flughafens mit einer unabhängigen zertifizierten Messstelle nachweisen können, dass die gesamte Einteilung in Tag – und Nachtschutzgebiete in Müggelheim so nicht stimmt. Interessant ist auch, dass die Werte belegen, dass für uns die größere Belastung von den Landungen kommt, auch wenn das immer wieder bestritten wird. Wenn man sich die Linien der Flüge anseht, dann bestätigt sich: bei Landungen wird ständig quer über Müggelheim und über die Messstelle geflogen, bei Starts eher südlich von Müggelheim. Allerdings geht der BER auch in dem Messbericht immer noch von Dauerschall aus, das bedeutet wir müssen uns in den nächsten zwei Jahren – wie schon angesprochen – auch darauf konzentrieren, dass die Formulierung im Planfeststellungsbeschluss PFB (Maximalpegel) nicht verlassen werden darf. Hier eventuell auch mit einer Klage…

Ich denke, der Bericht gibt uns viele Aufschlüsse und die Messstelle der BI Müggelheim war nicht umsonst…

Messbericht mobile Messung 2013-07-Mueggelheim

Einladung zur Schallschutzberatung

Wir laden Sie herzlich zu einer Beratung am 12. November um 19:30 Uhr im Dorfklub ein.

Schallschutz im Tagschutzgebiet – Stand nach dem OVG – Urteil

Tagesordnung:

  1. Begrüßung und Einführung durch Norbert Gustmann, BIM e.V.

  2. Schutzziele, Kostenerstattungsvereinbarungen, Bescheide, Umsetzung  Schallschutz und zeitlicher Ablauf durch durch Karl Georg Maucher, AG-Planfeststellung
  3. Diskussion und Fragestellungen

Wir schlagen vor, nur zu der Problematik Schallschutz im Tagschutzgebiet zu diskutieren. Über Schallschutz im Nachtschutzgebiet und außerhalb der Schutzzonen werden wir gesondert einladen.

Hier die Einladung gerne auch zum Verteilen: Einladung zur Schallschutzberatung-12.11.2013

Die „Zähmung“ der Luftfahrtindustrie

Die BI-Müggelheim unterstützt mit zahlreichen anderen Bürgerinitiativen und Organisationen eine Petition an das Europäische Parlament – Die Zähmung der Luftfahrt (Taming Aviation).

Dabei fordern wir:

  1. Auf allen Europäischen Flughäfen ein absolutes und unbedingtes Start- und Landeverbot in der Nacht für einen ununterbrochenen Zeitraum von 8 Stunden als Mindeststandard zum Schutz der menschlichen Gesundheit.
  2. Die Belegung von Kerosin mit Energiesteuer binnen kürzester Zeit, als Zwischenlösung die sofortige Einbindung der Luftfahrt in den Klimazertifikatshandel.
  3. Die Abschaffung jeglicher Form der Umsatzsteuerbefreiung oder Nullbesteuerung von Flugtickets und die volle Einbindung der Luftfahrt in das Umsatzsteuersystem der Europäischen Union zu Standardsätzen.
  4. Das Verbot jeglicher Art von Incentive-Zahlungen auf Europäischen Flughäfen, seien es Subventionen, Kick-backs oder Rabatte, und das Gebot, Infrastrukturleistungen auf Flughäfen auf Grundlage allgemeiner, umfassender und transparenter Tarife zu erbringen.

Mehr Infos dazu finden Sie auf: http://www.tamingaviation.eu

Die Belastungen durch die zivile Luftfahrt in Europa sind in den letzten zwei Jahrzehnten drastisch angestiegen. Mittlerweile bedrohen sie den Lebensraum des Menschen, sie gefährden seine Gesundheit, sie entwerten seinen Wohnraum und beeinträchtigen massiv seine Lebensqualität. Diese Entwicklung ist nicht zuletzt eine Folge der steuerlichen und politischen Privilegierung der Luftfahrt, der jegliche sozioökonomische Rechtfertigung fehlt. In dieser übermächtigen und ungezügelten Form darf die Luftfahrt nicht belassen werden, sie muss gezähmt werden. Die Zeit ist reif für Taming Aviation.

Starts und Landungen verursachen besondere Lärmbelastungen für die Umwelt, diese werden in abstrakten, realitätsfernen Berechnungen kleingeredet. Nicht einmal der Schlaf, ein absolutes Grundbedürfnis des Menschen, wird in seiner unabdingbaren Notwendigkeit respektiert.

Die Luftfahrt ist einer der großen Klimasünder, dennoch ist sie von der Energiesteuer befreit und der Klimazertifikatshandel wurde für die Luftfahrt „ausgesetzt“. Überdies ist der Personentransport in der zivilen Luftfahrt von der Umsatzsteuer befreit. Die Luftfahrt agiert somit nicht nach den Grundsätzen der Kostenwahrheit und trägt nicht adäquat zum Steueraufkommen bei. Für diese Steuerprivilegien, die zu gigantischen Steuerausfällen für die Gemeinschaft führen, gibt es keine Rechtfertigung.

Flughäfen locken Airlines mit „Incentives“ verschiedenster Art an. Diese Leistungen führen zu Intransparenz, erzeugen einen künstlichen Bedarf an Transportleistungen und bewirken so Marktverzerrungen.

4 Stunden Hintergrundinformationen über den BER

Holger Klein interviewt Martin Delius in zwei Gesprächen über die Arbeit im Untersuchungsausschuss BER.

Interview vom 09.09.2013: 

Interview vom 04.02.2013: 

 

Was sagen die Parteien zum BER vor der Wahl?

Im letzten Müggelheimer Boten stellten sich die Kandidaten unseres Wahlkreises vor. Die Fragen waren sehr BER-lastig, was in unserem Wahlkreis durchaus verständlich ist. An dieser Stelle möchten wir noch einmal die Antworten zu den BER Fragen unserer Kandidaten veröffentlichen. Die Reihenfolge der Parteien ist ohne jegliche Wertung gewählt. Vielleicht helfen ihnen diese Antworten bei der letzten Entscheidung kurz vor der Wahl.

Gregor Gysi, Die Linkegysi_gregor

MüBo: Müggelheim hat nach der Eröffnung des BER stark mit der Doppelbelastung durch An- und Abflüge zu leiden. Das heißt, dass der Ort mitten im Naherholungsgebiet jeden Tag durch Fluglärm beschallt wird. Wie können Sie den Müggelheimern helfen?

Gysi: Schon jetzt ist es auch mir gelungen, dass der Betreiber akzeptiert, dass er in größerem Umfange Lärmschutz zu gewährleisten hat. Nachdem ich mich erstmalig an den Betreiber wandte, wurde mir mitgeteilt, dass all die Lücken bestehen blieben, weil sie angeblich rechtens seien. Später dann hat der Betreiber nachgegeben und versichert, in wesentlich größerem Umfange Lärmschutz zu gewährleisten. Damit begründen sie jetzt immer die Kostensteigerungen, was insofern falsch ist, als diese hauptsächlich andere Ursachen haben. Außerdem setze ich mich für eine Änderung der Routen ein. Nicht nur der Wannsee, auch der Müggelsee ist zu schützen. Da die Gesundheit der Menschen Vorrang hat, müssen Flugzeuge dann eben einen Umweg fliegen. Dann wird es für die Fluggesellschaften etwas teurer. Na und? Die Gesundheit der Menschen hat Vorrang.

MüBo: Könnten Sie sich nach den Debatten um mögliche Gesundheitsgefährdungen der Anwohner des BER und den Lärmschutzauflagen einen anderen Standort für den BER vorstellen? Wie könnte eine Umsetzung aus Ihrer Sicht aussehen und würden Sie sich auch dafür einsetzen?

Gysi: Von Anfang an wäre der Standort Sperenberg der viel günstigere gewesen. Aber ich bin Realist und deshalb glaube ich nicht, dass nachdem Milliarden in den Bau des BER gesteckt wurden, man des einfach schließt und noch einmal Milliarden nach Sperenberg trägt. Ich verstehe den Wunsch aber ich halte ihn nicht für realisierbar.

MüBo: Wie stehen Sie zur neuentbrannten Debatte um die Offenhaltung des Flughafen Tegel?

Gysi: Mir wird immer wieder erklärt, dass die drei Beteiligten – also der Bund, Berlin und Brandenburg – keinen Moment daran denken, Tegel offen zu halten, wenn der BER eröffnet wird. Außerdem wird heute weltweit auf innerstädtische Flughäfen verzichtet. Selbst wenn es zu einer Offenhaltung käme, wäre sie ja nur vorübergehend und verschöbe nur Probleme, löste sie nicht.

Matthias Schmidt, SPDMatthias Schmidt

 MüBo: Müggelheim hat nach der Eröffnung des BER stark mit der Doppelbelastung durch An- und Abflüge zu leiden. Das heißt, dass der Ort mitten im Naherholungsgebiet jeden Tag durch Fluglärm beschallt wird. Wie können Sie den Müggelheimern helfen?

Schmidt: Nicht anders als bisher, aber wirksamer. Ich habe in der Bezirksverordnetenversammlung ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr eingebracht und dafür geworben, sowie die konsequente Umsetzung wirksamer Schallschutzmaßnahmen ohne Hintertürchen. Nachtschlaf ist für mich ein Menschenrecht, hinter dem wirtschaftliche Interessen zurückstehen müssen. Diese Forderung werde ich auf Bundesebene stellen und damit mehr Gehör finden.

MüBo: Könnten Sie sich nach den Debatten um mögliche Gesundheitsgefährdungen der Anwohner des BER und den Lärmschutzauflagen einen anderen Standort für den BER vorstellen? Wie könnte eine Umsetzung aus Ihrer Sicht aussehen und würden Sie sich auch dafür einsetzen?

Schmidt: Einen anderen Standort kann ich mir nicht erst seit Beginn der, wie Sie es nennen, Debatten um mögliche Gesundheitsgefährdungen vorstellen. Eine solche Infrastrukturmaßnahme ist ein Eingriff in Natur und Umwelt und auch eine latente Gefährdung für den Menschen. Aber das ist jede Infrastrukturmaßnahme und ich warne vor Panikmache. Jeder Mensch, der eine Flugreise plant, sollte sich vorher überlegen, ob die Strecke auch mit anderen Verkehrsmitteln zu bewältigen wäre. Gesundheitsgefährdungen zu erfassen und zu dokumentieren fordern wir seit langem und zwar nicht nur für die unmittelbaren Anwohner. Aber so wie ich vor Panik auf der einen Seite warne, warne ich vor überzogenen Hoffnungen auf Aussagefähigkeit und Konsequenzen von Gesundheits- und Umweltmonitoring. Kein Standort wäre frei von Eingriffen in Natur und Umwelt. Obwohl, wie Sie wissen, meine Partei sich damals für einen besseren Standort eingesetzt hatte ist ein Umzug an einen anderen Standort angesichts eines fast fertigen Flughafens in Schönefeld nicht vertretbar.

MüBo: Wie stehen Sie zur neuentbrannten Debatte um die Offenhaltung des Flughafen Tegel?

Schmidt: Was Recht ist, muss Recht bleiben – in Treptow-Köpenick wie in Tegel: Wenn BER öffnet, wird Tegel geschlossen.

Fritz Niedergesäß, CDUFritz Niedergesäß - CDU -  08.07.2013

MüBo: Müggelheim hat nach der Eröffnung des BER stark mit der Doppelbelastung durch An- und Abflüge zu leiden. Das heißt, dass der Ort mitten im Naherholungsgebiet jeden Tag durch Fluglärm beschallt wird. Wie können Sie den Müggelheimern helfen?

Niedergesäß: Als Bohnsdorfer habe ich 1989 die Initiative gegen den Fluglärm gegründet. Für Müggelheim müssen bei der Festlegung der Flugrouten die wirklichen Probleme (z. B. Hoffmannkurve) mit bedacht werden.

MüBo: Könnten Sie sich nach den Debatten um mögliche Gesundheitsgefährdungen der Anwohner des BER und den Lärmschutzauflagen einen anderen Standort für den BER vorstellen? Wie könnte eine Umsetzung aus Ihrer Sicht aussehen und würden Sie sich auch dafür einsetzen?

Niedergesäß: Einen neuen Standort kann ich mir derzeit nicht vorstellen. Die eventuellen Standorte Sperenberg oder Altes Lager hat das Land Brandenburg 1996 verhindert, nachdem die Volksabstimmung die Fusion von Berlin und Brandenburg unmöglich gemacht hat.

MüBo: Wie stehen Sie zur neuentbrannten Debatte um die Offenhaltung des Flughafen Tegel?

Niedergesäß: Ich bin für die Offenhaltung des Flughafen Tegel, da Berlin eigentlich zwei Flughäfen benötigt. Eine dritte Landebahn in Schönefeld ist nicht mehr durchsetzbar.

Harald Moritz, Bündnis 90 / Die GrünenHarald Moritz

MüBo: Müggelheim hat nach der Eröffnung des BER stark mit der Doppelbelastung durch An- und Abflüge zu leiden. Das heißt, dass der Ort mitten im Naherholungsgebiet jeden Tag durch Fluglärm beschallt wird. Wie können Sie den Müggelheimern helfen?

Moritz: Wie schon oben ausgeführt müssen die bundesrechtlichen Regelung zum Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm dringend verbessert werden. Im Berliner Abgeordnetenhaus habe ich mich u.a. für ein Nachtflugverbot von 22-6 Uhr eingesetzt und werde ich weiter daran arbeiten, dass der zeitgleiche unabhängige Parallelbetrieb beider Pisten am BER keine Prämisse mehr ist.

MüBo: Könnten Sie sich nach den Debatten um mögliche Gesundheitsgefährdungen der Anwohner des BER und den Lärmschutzauflagen einen anderen Standort für den BER vorstellen? Wie könnte eine Umsetzung aus Ihrer Sicht aussehen und würden Sie sich auch dafür einsetzen?

Moritz: Ja, ich könnte mir einen anderen Standort vorstellen. Allerdings sehe ich z.Z. keine Möglichkeit die Standortentscheidung rückgängig zu machen bzw. die Planung für einen Ersatzstandort in Angriff zu nehmen. Deshalb setze ich mich für einen besseren Schutz der Bevölkerung ein, unabhängig davon ob das die Wirtschaftlichkeit des BER mindert. Das ist der Preis dieses Standortes.

MüBo: Wie stehen Sie zur neuentbrannten Debatte um die Offenhaltung des Flughafen Tegel?

Moritz: Ich bin gegen eine dauerhafte Offenhaltung von Tegel, weil die Schließung Tegels ein Bestandteil des Konsensbeschlusses und der Planfeststellung des BER ist. Auch aus Gründen der Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes ist die Schießung von Tegel nach rechtskonformer Eröffung des BER notwendig.

Volker Schröder, PIRATENWahl-Volker Schröder

MüBo: Müggelheim hat nach der Eröffnung des BER stark mit der Doppelbelastung durch An- und Abflüge zu leiden. Das heißt, dass der Ort mitten im Naherholungsgebiet jeden Tag durch Fluglärm beschallt wird. Wie können Sie den Müggelheimern helfen?

Schröder: Der Betrieb von BER wird Fluglärm in Müggelheim verursachen. Daher ist es dringend erforderlich, das die Schallschutzanträge endlich zügig bearbeitet werden und alle Betroffenen antragsberechtigt werden. Da die Nachtruhe für Gesundheit, Wohlbefinden und Lernvermögen besonders wichtig ist, werde ich mich für ein striktes Nachtflugverbot von 22-6 Uhr einsetzen. Außerdem werde ich darauf drängen, die Abflugrouten zu überarbeiten und besiedeltes Gebiet gezielt zu umfliegen und, wann immer möglich, Lärm-mindernde Anflugverfahren zu nutzen. Der Flughafen Frankfurt/Main demonstriert eindrücklich, dass dies möglich ist. Die Gesundheit und körperliche Unversehrtheit von tausenden Betroffenen muss stärker wiegen als sogenannte Wirtschaftlichkeitsargumente.

MüBo: Könnten Sie sich nach den Debatten um mögliche Gesundheitsgefährdungen der Anwohner des BER und den Lärmschutzauflagen einen anderen Standort für den BER vorstellen? Wie könnte eine Umsetzung aus Ihrer Sicht aussehen und würden Sie sich auch dafür einsetzen?

Schröder: Schon als die Standortentscheidung für BER getroffen wurde, war mir klar, das dies keine sachlich vernünftige Entscheidung war, sondern andere Gründe ausschlaggebend gewesen sein mussten. Damals lag ein Angebot zur 100% privaten Finanzierung für den Standort Sperenberg vor, sogar inklusive einer guten Schienenanbindung. Gleichzeitig fanden sich keine Investoren die den Standort Schönefeld finanzieren wollten, da ein wirtschaftlicher Betrieb schon damals als unwahrscheinlich angesehen wurde. Die Gesundheitsgefährdung sehr vieler Menschen, insbesondere durch Fluglärm, war schon damals erkennbar. Tegel soll geschlossen werden, um die dort lebenden Menschen zu entlasten. Daraus hätte zwingend folgen müssen, das Schönefeld kein geeigneter Standort für einen zukunftsweisenden Hauptstadtflughafen sein kann. Daher sollte zeitnahe mit der Planung eines angemessenen Standorts begonnen werden. Angesichts der gravierenden Baumängel am Flughafen BER halte ich es für möglich, das die noch erforderlichen Baukosten zur Fertigstellung, die projektierten Gesamtkosten übersteigen werden und daher eine sofortige Einstellung des Projekts die wirtschaftlichste Möglichkeit zur Schadensbegrenzung darstellen kann. Das jetzige Gelände des BER ließe sich deutlich sinnvoller nutzen. Mit der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur würde es sich anbieten, zunächst attraktive P+R-Möglichkeit mit ausreichender Kapazität zu schaffen, außerdem ließe sich auch ein modernes autofreies Siedlungsgebiet, mit intelligent geplanter Infrastruktur, entwickeln.

MüBo: Wie stehen Sie zur neuentbrannten Debatte um die Offenhaltung des Flughafen Tegel?

Schröder: Tegel sollte eigentlich längst geschlossen und die betroffenen Anwohner vom Fluglärm befreit sein. Statt dessen wurde die Anzahl der Flugbewegungen deutlich erhöht. Es gibt inzwischen auch regelmäßig lautere relativ tief fliegende Flugzeuge über Treptow-Köpenick im Landeanflug auf Tegel. Wenn Tegel geschlossen würde, ohne BER zu eröffnen, könnten die Berliner auf den Flughafen Halle/Leipzig ausweichen oder das Luftkreuz ihres Fernfluges mit der Bahn erreichen. Daher sollte die Entscheidung über die Verlängerung des Betriebs von Tegel per Volksentscheid von den Einwohnern Berlins getroffen werden.

Volker Thiel, FDPthiel_volker-4

MüBo: Müggelheim hat nach der Eröffnung des BER stark mit der Doppelbelastung durch An- und Abflüge zu leiden. Das heißt, dass der Ort mitten im Naherholungsgebiet jeden Tag durch Fluglärm beschallt wird. Wie können Sie den Müggelheimern helfen?

Thiel: Selbst als Mitglied des Deutschen Bundestages hat man nur indirekte Einflussmöglichkeiten auf die Festlegung der Flugrouten. Diese Möglichkeiten im Interesse der Müggelheimer und anderen Betroffenen zu nutzen, ist selbstverständlich!

MüBo: Könnten Sie sich nach den Debatten um mögliche Gesundheitsgefährdungen der Anwohner des BER und den Lärmschutzauflagen einen anderen Standort für den BER vorstellen? Wie könnte eine Umsetzung aus Ihrer Sicht aussehen und würden Sie sich auch dafür einsetzen?

Thiel: Der BER kann nicht verlagert werden! Wer das behauptet, ist unseriös. Was wir fordern und leisten können ist, die Diskussion über die Flugrouten weiter zu führen und gleichzeitig einen optimalen Lärmschutz für alle Betroffenen zu fordern/gewährleisten.

MüBo: Wie stehen Sie zur neuentbrannten Debatte um die Offenhaltung des Flughafen Tegel?

Thiel: Der Flughafen Tegel sollte bis zur vollständigen Inbetriebnahme vom BER offen gehalten werden. Danach ist er zu schließen.

 

Vielen Dank an den Müggelheimer Boten. Die vollständigen Interviews sind dort nachzulsesen. www.mueggelheimer-bote.de

 

Klage gegen Müggelseeroute abgewiesen

Die BI Müggelheim hat sich immer für die Durchführung einer alternativen Prüfung der Flugrouten bezüglich der Fluglärmbelastung, unter Einbeziehung des Natur- und Umweltschutzes eingesetzt. Die Zielstellung ist leider auch im Regierungsentwurf der 3. Fluglärmschutzverordnung noch nicht ausreichend angedacht.

Die BI Müggelheim setzt sich für die Vermeidung der Doppelbelastung – Vermeidung von An- und Abflügen über eine Ortslage – durch den BER ein.

Es wird gefordert, daß die Anwendung von Flugverfahren bzw. Flugrouten die die Doppelbelastung vermindern bzw. beseitigen am stadtnahen BER zielstrebig umgesetzt wird.

Gedanken aus Müggelheim

Jü lacht Natur Jacke SchalHeute sind sie doch gar nicht über Müggelheim geflogen! Vielleicht nutzen sie ja schon die neue Bahn? Wahrscheinlich ist Müggelheim gar nicht so betroffen! Wenn sie erst 2017 eröffnen, haben wir ja noch ein bisschen Ruhe!

Oh, Mann, diese ewigen Demos, manchmal nervt es…

Tja, das sind alles Gedanken, Fragen, Sätze die ich schon gehört habe. Sie implizieren Verdrossenheit über einen jahrelangen, zermürbenden Kampf gegen einen falschen Flughafenstandort, aber auch Hoffnung, dass letztlich alles nicht so schlimm würde. Man will endlich einmal Ruhe haben. Da liegt der Hase natürlich im Pfeffer. Wir wollen Ruhe haben und über uns schwebt das Damoklesschwert „Dauerbeschallung“.

Vor ca. einem Jahr wurde die BIM gegründet. Die Bürgerinitiative Müggelheim. Erst dachte ich, wieso noch eine Initiative? Beschäftigte mich später aber mit den Zielen des Vereins speziell für unseren Ortsteil. Da ich beruflich viel unterwegs bin ging ich erst im Frühjahr diesen Jahres zu einer öffentlichen Sitzung in den Dorfklub. Hoffentlich bekomme  ich noch einen Stehplatz, dachte ich. Der Gedanke erwies sich als unnötig, denn die Beteiligung war übersichtlich, aber dennoch erlebte ich eine interessante, informative Veranstaltung und erfuhr, dass die BIM nur aus 35 Mitgliedern besteht. Das schien mir für  eine Einwohnerzahl von 6000 eher spärlich und ich beantragte übergangslos für meine Frau und mich die Mitgliedschaft mit dem Ziel den Müggelheimer Kampf gegen Fluglärm, politische Willkür und für das Nachtflugverbot zu unterstützen.

Meine Unterstützung wird sich sicher in Grenzen halten, weil mein Zeitfond beschränkt ist,  aber jeder geringfügige Teil, ob mein kleiner 3,- € Monatsbeitrag, ob Flyerverteilung, ob Demoteilnahme oder ein Plakatanbringung hilft der großen Idee…

Wir sind und werden Opfer von Lobbyisten, denen es wurscht ist wer und wie viele unter einem falschen Flughafenstandort leiden? Aber unsere Lobby sind wir selbst, wir als  Anzahl, als hohe Anzahl Bürger oder Wähler, ein Terminus den Politiker besser verstehen. Die Menge macht es! Ab wann sind wir eine ernstzunehmende politische Größe? Der anhaltende Kampf hat auch schon eine Menge bewirkt. Einige Entscheider fangen an nachzudenken, vielleicht sogar umzudenken. Es fällt Ihnen natürlich überhaupt nicht leicht  einen milliardenschweren Fehler zuzugeben, politische Zwänge einzuräumen und sie denken natürlich auch, dass sie den längeren Arm haben. Aber wer nicht den längeren Arm hat braucht den längeren Atem. Und den, hoffe ich, haben wir! Aufgeben wäre nach dem bisher langen Weg mehr als einfach nur „Schade“.

Wenn Sie nach diesen Zeilen meinen, dass sei eine versteckte Mitgliederwerbung für die Müggelheimer Bürgerinitiative, muss ich Sie enttäuschen. Nein, diese Zeilen sind eine offene Werbung für die BIM, für das Häuflein der Aufrechten, die viel Zeit, Kreativität und Kraft dafür geben, dass wir und unsere Kinder in der Zukunft ein menschenwürdiges Leben führen können.

Als ich neulich das Klaus-muss-raus-Plakat anbrachte, fragte mich eine freundliche Dame: Herr Mai, was soll das bringen? Glauben Sie wirklich, dass die hier nicht fliegen?

Ich antwortete: Ja, das glaube ich.

Schauen Sie doch bitte auf das Anmeldeformular auf der letzten Seite. Vielen Dank.

19.05.2013  Jürgen Mai

Müggelheimer Angerfest – Vielen Dank für den Einsatz

An dieser Stelle möchten wir allen Beteiligten recht herzlich dafür danken, dass sie am letzten Wochenende trotz sintflutartiger Verhältnisse den Stand der BI Müggelheim betreut haben. Die Menschen hinter dem Stand kamen nicht nur aus Müggelheim, sondern sind teilweise extra nach Müggelheim gefahren, um uns zu unterstützen, dafür einen besonderen Dank. Des Weiteren hat dieser Einsatz die gute Zusammenarbeit zwischen der BVBB Ortsgruppe und der BI Müggelheim gezeigt. Wir wollten die Interessenten dieses Jahr nicht mit ganz so viel Infomaterial überfluten wie im vergangenen Jahr und es hat sich gezeigt, dass das auch ausreichend war. Am Samstag haben wir zusätzlich Flugüberwachungs- und Kartendienste sowie andere Serviceseiten aus dem Internet vorgestellt. Am Sonntag war uns das wegen dem Wetter leider nicht mehr möglich. Man muss nämlich bedenken, dass die Technik teilweise geliehen und teilweise aus irgendwelchen Wohnzimmern stammt. Auch dafür einen recht herzlichen Dank.

Weiterhin wollen wir uns bei den vielen und außerordentlich interessanten Gesprächen bedanken, denn trotz Dauerregen kamen die Leute extra zu uns, mit speziellen Fragen und Erfahrungen. Diese Gespräche waren für beide Seiten äußerst interessant. Es gab auch nicht diese unangenehmen Gespräche, wie sie teilweise im letzten Jahr vorkamen, bei denen man sich beschimpfen lassen muss. Das tut denen, die ihre Freizeit für solch eine öffentliche Informationsveranstaltung opfern nämlich nicht besonders gut.

Eine der Hauptaufgaben war es wieder einmal Unterschriften zu sammeln. Die Leute, die am Stand vorbei liefen, fragten sich da oft: „Ich habe doch schon unterschrieben?“ oder „Ich dachte es ist schon entschieden?“. Diesmal wurde, so surreal wie es klingen mag, dafür gesammelt, dass sich Politiker aus Berlin und Brandenburg endlich zusammensetzen und darüber reden, was aus dem erfolgreichen Volkbegehren in Brandenburg zum Nachtflugverbot von 22:00 – 06:00 Uhr werden soll. Werden wir etwa von den Politikern mit lehren Worthülsen verschaukelt ? (mehr dazu hier: http://www.fbi-berlin.org/archives/6564) Wir konnten für diese Aktion fast 400 Unterschriften sammeln.

Nicht zu vergessen, am Samstag war Kindertag. Das war auch ein Grund, warum wir für die Kinder Luftballons produziert haben. Der Heimatverein möge uns verzeihen, wenn der eine oder andere Rest eines zerplatzten Ballons auf dem Anger liegen blieb aber den Kindern hat es gefallen und man kam leichter ins Gespräch. Es sind ja nicht zuletzt auch Kinder die durch Fluglärm keinen Tiefschlaf mehr haben und dadurch nachweislich unkonzentrierter werden und unter Lernschwierigkeiten leiden.

Zuletzt sei den doch zahlreichen Spendern gedankt. Wir wissen, dass man auf so einem Fest genug Ausgaben hat und trotzdem wurde der eine oder andere Euro gespendet. Diese Spenden fließen gleichermaßen in den Topf von BVBB und BIM um unsere Heimat auch in Zukunft lebenswert zu erhalten.

Vielen Dank!

Ruhig bleiben?

(Symbolbild: dpa)

(Symbolbild: dpa)

Anlässlich des internationalen Tag des Lärms der jährlich am 24. April stattfindet und darauf aufmerksam macht, wie Lärm unsere Lebensqualität beeinträchtigt, möchten wir auf einen wunderbar anschaulichen Vortrag von Johann Gross aufmerksam machen. Das Manuskript kann als Sitzungsbericht der Leibnitz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin heruntergeladen werden. Wir empfehlen sich etwas Zeit und Ruhe zu gönnen um dieses Skript durchzulesen.

Wir versuchen an dieser Stelle sehr verkürzt die wichtigsten Punkte zusammenzufassen.

Das auditorische System nimmt kontinuierlich akustische Informationen auf, sowohl im  Wachzustand als auch im Schlaf. Verschiedene Hirnstrukturen filtern und interpretieren ständig diese Signale. Die Langzeit-Einwirkung von Lärm hat schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit und die Lebensqualität. Es gibt sichere Befunde, dass Lärm das Risiko von Erkrankungen erhöht. Grundlage dieser Störungen ist die Stress-Reaktion des Organismus. Die strikte Einhaltung der WHO-Empfehlungen zum Lärmschutz ist für die Gesundheit der Bevölkerung ist dringend notwendig.

In Deutschland findet wie auch in andere Industriestaaten ein Lärmbelästigung statt. So fühlen sich am Tag 10% der Bevölkerung mit mehr als 65 dB (A) belästigt und  49 % der Bevölkerung mit mehr als 55 dB (A). Nachts werden 17 % der Bevölkerung mit mehr als 55 dB (A) und 49 % mit mehr als 45 dB (A) belästigt.
Die schlimmsten Lärmquellen sind: Straßenverkehr, die Nachbarn, der Flugverkehr, die Industrie und der Schienenverkehr.

Verkehrslärm wird am meisten störend empfunden.

In einem Städte-Lärmranking schneidet Berlin mit Platz 6 ziemlich schlecht ab. Lärmschwerhörigkeit ist mit ca. 5500 neuen Krankheitsfällen im Jahr die häufigste anerkannte Berufskrankheit in Deutschland. 

Die LARES Studie bestätigt, dass chronische Belästigung durch Verkehrslärm bei Erwachsenen (18–59 Jahre) mit einem erhöhten Risiko für das Herz-Kreislauf-System verbunden sein kann. Bei einer chronischen Belästigung durch Verkehrslärm (>55dB) sind signifikant erhöhte Risiken für verschiedene kardiovaskuläre Symptome sowie für Bluthochdruck nachzuweisen. Erkrankungen des Atmungssystems und der Gelenke stehen ebenfalls in Beziehung zum Grad der Lärmbelästigung. Ausgeprägte Wirkungen einer chronischen Belästigung durch Verkehrslärm waren im psychischen Bereich zu verzeichnen. Der Trend zur Depression (SALSA) sowie ärztlich diagnostizierte Depressionen traten bei starker chronischer Belästigung durch Verkehrslärm signifikant  häufiger auf. Darüber hinaus war ein stark erhöhtes Migräne-Risiko zu verzeichnen. Die starke Belästigung infolge Verkehrslärms stellt ein erhöhtes Erkrankungsrisiko dar und muss als eine ernst zu nehmende Gesundheitsgefährdung eingestuft werden (siehe Tabelle 2 im Manuskript . Bei erhöhter Lärmeinwirkung ist das Risiko für Erkrankungen wie Bluthochdruck, Bronchitis, Depression oder Migräne wesentlich höher.

Warum hat nun Lärm solche Auswirkungen auf unseren Körper?

Die Besonderheit des Sinnesorgans Ohr, dass es immer aktiv ist, Tag und Nacht. Lärm kann ein klassisches Stress-Syndrom auslösen. Stress ist der Versuch der Anpassung des Organismus auf verschiedene Belastungen wie Lärm, körperliche Schädigung, Hitze, Kälte usw. Die physiologische Reaktion dient der Erhöhung der Leistungsbereitschaft des Organismus für die Bewältigung der neuen  Anforderungen. Sichtbar wird das an der ansteigenden Herzfrequenz. Lärm aktiviert die Freisetzung von Adrenalin und Noradrenalin und führt zu einer Gefäßverengung und der Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdruckes. Lärm führt zur Ausschüttung von Cortisol und Corticosteron und haben bei chronischer Einwirkung weitreichende Konsequenzen für den Stoffwechsel, das Immunsystem und Entzündungsprozesse.

Deshalb sollten wir uns vor Lärm schützen!

Sowohl epidemiologische als auch experimentelle Untersuchungen belegen, dass es viel Grund gibt, sich gegen Lärm zu wehren.

Schlafstörungen infolge Lärms münden in dem subjektiven Gefühl, dass man schlecht geschlafen hat. Objektiv findet man erhöhten Herzschlag, erhöhten Spiegel von Stresshormonen und eine Verschlechterung der kognitiven Leistungen (Wahrnehmung,  Erkennen, Vorstellen, Urteilen, Gedächtnis, Lernen und Denken). 

Mit dem Bau eines Flughafens in dicht besiedeltem Gebiet fördert und duldet man die genannten Erkrankungen. Auch Personen, die nicht direkt vom Lärm betroffen sind, werden letztlich indirekt betroffen durch höhere Kosten für die medizinische Betreuung, die von allen aufgebracht werden müssen.

Das Oberverwaltungsgericht entschied dass ein Lärmpegel von 55 dB in den Häusern und Wohnungen nie überschritten werden darf. Die Flughafengesellschaft vertrat bislang die Ansicht, in den sechs verkehrsreichsten Monaten des Jahres dürfe es sechsmal täglich lauter werden. Das Gerichtsurteil ist ein großer Fortschritt, gemessen an dem, was die Flughafengesellschaft vorgesehen hatte. Es ist aber nicht ausreichend. Die Empfehlungen der WHO können nur bei einem strikten Nachtflugverbot eingehalten werden.

Die Mehrheit der Betroffenen wird auf die Dauer krank. Daher sollte es im Interesse aller Bürger sein, die Forderung nach einem Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr mit allen Kräften zu unterstützen. Alle medizinischen Befunde unterstützen die Richtigkeit dieser Forderung

Quelle:

Johann Gross; Lärm-induzierte Erkrankungen des Menschen, Vortrag in der Klasse für Naturwissenschaften am 13. September 2012
http://leibnizsozietaet.de/wp-content/uploads/2012/12/18-Gross.pdf

Links:

Die momentane Situation am Flughafen

Dies ist die Präsentation, die auch zur öffentlichen Versammlung am 11.04.2013 im Dorfklub Müggelheim gezeigt wurde.

Sie können die Präsentation auch als PDF-Datei herunterladen:
Präsentation – BIM-Initiatorentreffen 11.04.2013