Dringender Appell zum Schutz der Bevölkerung

Wir möchten an dieser Stelle die Pressemitteilung der Bezirksärztekammer Rheinhessen teilen. Es geht um einen dringenden Appell an die Staatskanzleien, die Landesparlamente und den Bundesrat sich für einen wirklichen Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm einzusetzen.

Hier die Meldung:

Der Arbeitskreis „Ärzte gegen Fluglärm“ fordert in einer gemeinsamen Resolution zusammen mit der Bundesvereinigung gegen Fluglärm, dem BUND, dem VCD, dem  NABU, der Deutschen Umwelthilfe, dem Arbeitsring Lärm der DEGA und der  Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fluglärmkommissionen die Verantwortlichen der Länder und den Bundesrat auf, in der den Fluglärmschutz betreffenden Bundesratsinitiative alleine den Gesetzesantrag von RheinlandPfalz (BR-Drucksache  90/13) zu unterstützen.

Nur der Antrag aus Rheinland-Pfalz, der von Baden-Württemberg unterstützt wird, verfolgt aus Sicht der Ärzte die Ziele, die der 115. Deutsche Ärztetag 2012 zum Schutz der Bevölkerung vor Lärm gefordert hat.

Der Arbeitskreis „Ärzte gegen Fluglärm“ fordert die Verantwortlichen der Staatskanzleien, der Länder und den Bundesrat auf, sich für einen wirklichen Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm einzusetzen.

Die Schädigungen, die durch Fluglärm und Flugzeugemissionen entstehen, belasten die Bevölkerung erheblich. Fluglärm führt nachweisbar u.a. zu Lern- und Gesundheitsstörungen bei Kindern und Gesundheitsstörungen bei Erwachsenen, im Ergebnis zu vermeidbaren Krankheiten und im schlimmsten Fall zu vorzeitigem Tod. Schäden an Mensch und Umwelt durch Flugzeugemissionen und vor allem durch Fluglärm sind dabei zu großen Teilen vermeidbar. Dazu bedarf es aber eines Gesetzes, dass den Menschen in den Mittelpunkt des Interesses und des Schutzes stellt.

Die Politiker sind verpflichtet, den gebotenen Schutz der Bevölkerung durch die richtigen Gesetzesänderungen herbeizuführen und zu garantieren.

Hintergrund
Aktuell liegen dem Bundesrat drei Anträge der Länder Rheinland-Pfalz, Hessen und Brandenburg vor. Im Kern geht es bei der Bundesratsinitiative aus Rheinland-Pfalz (der sich Baden-Württemberg angeschlossen hat) um eine Änderung des Luftverkehrsgesetzes, damit bei der Festlegung von Flugrouten und anderen Flugverfahren dem Lärmschutz höhere Priorität eingeräumt wird gegenüber wirtschaftlichen Interessen. Zweiter wesentlicher Inhalt der Rheinland-Pfälzischen Initiative ist eine Änderung von § 32 Luftverkehrsgesetz, damit für die erstmalige Festlegung und wesentliche Änderungen von Flugrouten ein transparentes Verfahren eingeführt wird, bei dem die Bürgerinnen und Bürger erstmalig Einwendungs- und Klagemöglichkeiten erhalten. Schließlich soll bei der Festsetzung von Flugrouten durch Rechtsverordnung durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung zukünftig auch das Einvernehmen statt wie bisher das bloße Benehmen des Umweltbundesamtes erforderlich sein.

Die Anträge aus Hessen und Brandenburg weichen in wichtigen Definitionen von aktueller Rechtsprechung ab und müssen in ihren Auswirkungen aus Sicht der Ärzte als schädlich für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung betrachtet werden. Im Entwurf aus Brandenburg ist keine Hinwirkungspflicht zur Lärmreduzierung definiert, sondern nur noch eine Begründungspflicht festgelegt, wenn Lärmschutzmaßnahmen unterbleiben. Mit einer solchen Regelung kann kein effektiver Lärmschutz erfolgen.

Weitere Informationen finden Sie auf dem Informationsportal des Arbeitskreises „Ärzte gegen Fluglärm“ unter www.fluglaerm-fakten.de

Die Original-PM finden sie hier: pm_fluglaermag_02_13

Mehr Schlaganfälle und Herzkrankheiten“ – Der Arzt und Forscher Eberhard Greiser erklärt im Gespräch mit der FR, warum Fluglärm für den Körper Stress bedeutet und krank macht und nächtlicher Fluglärm besonders gefährlich ist. Lesen Sie hier mehr: Interview Professor Greiser in der Frankfurter Rundschau 2010

 

Leise Zukunft?

Für kommende Flugzeuggenerationen gibt es einige Verbesserungen, die den Schall von Flugzeugen verringern könnten. Das sind gute Aussichten für die Anwohner in Flughafennähe denkt man. Denn das immer größer werdende Flugverkehrsaufkommen lässt sie nicht mehr ruhig schlafen. Weltweit steigt das Lärmaufkommen und die Menschen werden immer gestresster. Das dies auch gesundheitliche Schäden nach sich zieht, haben zahlreiche Studien belegt.

Neben dem passiven Schallschutz könnte man aktiv an der Schallquelle ansetzen. So könnten zum Beispiel Triebwerke in Zukunft leiser werden und Wissenschaftler arbeiten derzeit daran die Triebwerksgeräusche zu verringern, in dem gezielter Gegenschall durch komprimierte Luft direkt am Triebwerk bestimmte Frequenzen auslöscht oder zumindest verringert. Lars Engelhardt vom DLR-Institut für Antriebstechnik in Berlin meint sogar: „Im Idealfall könnte der Triebwerkslärm so halbiert werden.“

Andere Forschungen beschäftigen sich mit den Geräuschen, die durch Luftströmungen am Flugzeug auftreten. Diese erzeugen beispielsweise im Landeanflug nahezu die gleiche Lautstärke wie die Turbinen selbst. Man könnte die Umströmungsgeräusche von Fahrwerk, Vorflügel und Landeklappen durch aerodynamische Konstruktionen verringern.

Quelle: Deutsche Flugsicherung

Quelle: Deutsche Flugsicherung

Ebenfalls erforscht werden flexiblere Anflugrouten. Mit einem neuen System, welches sich derzeit in der Erprobung befindet, ist es möglich Fluglärm im äußeren Anflugbereich zu reduzieren, Treibstoff zu sparen und den Schadstoffausstoß zu reduzieren. Bei  sogenannten „Continuous Descent Approach“- Anflügen (CDA) handelt es sich um einen kontinuierlichen Sinkflug ohne Unterstützung der Triebwerke. Mittels eines Point Merge Systems (PMS) werden die Flugzeuge in verschiedenen  Warteschleifen gesammelt und reihen sich aus unterschiedlichen Richtungen ein. Für den Endanflug ändert sich allerdings nichts, dieser wird weiterhin durch den Leitstrahl (ILS) in einem vorgegebenen Winkel und Kurs zur Landebahn geführt. Durch dieses „Reisverschlussverfahren“ könnten aber immerhin größere Flugzeuge wie Boeings 747 oder der Airbus A330 pro Flug fast eine halbe Tonne weniger Kerosin verbrauchen, wie die Umweltorganisation Atmosfair ermittelt hat.

So gibt es die eine oder andere interessante Innovation. Einige davon könnten schon sofort einen Einsatz finden andere sicherlich erst mit neuen Flugzeuggenerationen. Wie groß das Interesse ist, diese Innovationen in die Tat umzusetzen bleibt fraglich, da für die Fluggesellschaften nicht immer ein direkter Mehrwert entsteht. Wahrscheinlich werden wir einige Innovationen erst in 30 Jahren „nicht“ hören, wenn sich neue Flugzeuggenerationen am Markt etabliert haben.

Es liegt an uns Bürger immer wieder darauf aufmerksam zu machen, dass wir mit der derzeitigen Situation der Lärmbelastung nicht zufrieden sind. Es liegt an uns Druck auf die Politiker auszuüben einen gerechteren Flugverkehr zu fördern. Gerechter für die Anwohner und für die Umwelt.

Bis Technologien im Einsatz sind, die Flugzeuge geräuscharm starten und landen lassen, ist es notwendig die Bevölkerung vor dem krankmachenden Lärm zu schützen. Bis dahin ist es notwendig ein striktes Nachtflugverbot von 22:00 Uhr – 6:00 Uhr einzuhalten und Flughäfen nicht in stark bewohnte Gebiete zu bauen.

Trotzdem dürfen wir gespannt bleiben – wann diese Innovationen in die Praxis übernommen werden.

Quellen:

BVV Treptow-Köpenick will nun auch ein Gesundheitsmonitoring durchführen

Am 14.06. hat die CDU einen Änderungsantrag gestellt, der nun einstimmig beschlossen wurde. Damit wird in der Region nicht nur ein Umweltmonitoring, sondern auch ein Gesundheitsmonitoring angestrebt. Dies forderten auch viele Müggelheimer und auch andere betroffene Köpenicker. (Forderung Gesundheitsmonitoring)

Es heißt, Zitat: „ … Das Gesundheits- und Umweltmonitoring hat insbesondere die Auswirkungen und Folgen von Schadstoffen auf den Menschen zu untersuchen, auch unter Berücksichtigung und gegebenenfalls Einbeziehung des im Land Brandenburg durchzuführenden Monitorings, um ein einheitliches Vorgehen zu erreichen.

Wir freuen uns, dass die CDU das Gesundheitsmonitoring noch mit ins Spiel gebracht hat und hoffen, dass es in den Ausschüssen und auf Landesebene weiter positiv fortgeführt wird.

Der Antrag ist online hier nachzulesen:  http://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/bvv-online/vo020.asp?VOLFDNR=4301&options=4

Umwelt- und Gesundheitsmonitoring_4_Version_vom_14_06_2012

Warum ein Umweltmonitoring so wichtig ist

Das Thema Umweltmonitoring wurde von der BVV Treptow-Köpenick beschlossen und an die Ausschüsse weitergeleitet. Diese sollen sich nun mit dem Thema befassen. Dazu gab es bereits zwei Sitzungen. Auf einer Sitzung hat Frau Ute Pohrt einen Vortrag gehalten, der sehr interessant ist. Dieser zeigt noch einmal deutlich auf warum wir hier in dieser Region ein Umweltmonitoring und auch ein Gesundheitsmonitoring dringend benötigen.

Es geht unter anderem um die Belastung durch

1.155.400,0 t CO2
153,3 t SO2
7.464,2 t NOX
62,4 t KWS
4.051,7 t CO

pro Jahr und zahlreicher weiterer Stoffe die über unsere Köpfen hinweg in die Luft geblasen werden.

Bitte schauen Sie sich diese Präsentation an und tragen die Informationen daraus an ihre Mitmenschen weiter.

Vielen Dank geht an Frau Ute Pohrt und der Friedrichshagener BürgerInitiative für die Bereitstellung der Präsentation.

Für Ansicht der Präsentation bitte hier klicken. Präsentation – Umweltmonitoring JETZT

Aktuelle Klagen / Verfassungsbeschwerden

Sehr aktuell:

  • Mündliche Verhandlung über den Planfeststellungsbeschluss „Ausbau des Verkehrsflughafen Berlin-Schönefeld“ (vom 13.August 2004) am 3.und 4.Juli 2012 vor dem Bundesverwaltungsgericht Leipzig Kläger: Gemeinde Kleinmachnow und Bürger aus Kleinmachnow , Rangsdorf, Mahlow und Lichtenrade
  •  Verfassungsbeschwerden gegen Leipziger Nachtflugurteil vom 13.Oktober 2011 :
    • Verfassungsbeschwerde BVBB vor Bundesverfassungsgericht
    • Verfassungsbeschwerde einer Gruppe von vier Einzelklägern wegen krankmachendem Nachtfluglärms und Grundstückswertminderung
    • Verfassungsbeschwerde der Schutzgemeinschaft der Umlandgemeinden gegen Prognosemodell der FBS/FBB zur Ermittlung des Nachtflugbedarfs

Weitere Klagen:

  • Gruppe von 11 Einzelklägern mit Unterstützung durch VUV-Verein stellt Antrag auf einstweilige Verfügung zur Versagung der Eröffnung am 03.06.2012 bzw. Erlass Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr wegen fehlenden vollen Schallschutzes (Eilantrag vom 27.April 2012)
  • Musterklage des BVBB gegen MIL wegen Nichtumsetzung Schallschutzauflagen ( siehe Pressemitteilung v. 30.Mai 2012)
  • Gemeinde Blankenfelde-Mahlow: Fesstellungsklage wegen fehlenden Schallschutzes sowie gegen Doppelbelastung durch Flugrouten
  • BISS Rangsdorf : Klage wegen Nichteinhaltung der FFH-Richtlinie bei Überflug des Natur- und Vogelschutzgebietes Rangsdorfer See
  • Klage Stahnsdorf, Kleinmachnow und Deutsche Umwelthilfe gegen die Wannseeroute
  • EU-Beschwerde FBI wegen fehlender Umweltverträglichkeitsprüfung der Müggelseeroute

Anhängige Klagen in anderen Regionen Deutschlands ( soweit bekannt) :

  • „Verein Bürger gegen Fluglärm“ klagt vor dem Europäischen Gerichtshof in Straßburg für Nachtruhe am Flughafen Düsseldorf von 23 bis 6 Uhr
  • Ähnliche Klage auf Nachtruhe am Flughafen Leipzig ebenfalls vor Europ. Gerichtshof – Stadt Siegburg klagt vor OVG Münster für ein ggenerelles Nachtflugverbot am Flughafen Köln-Bonn

Umweltmonitoring befürwortet und an BVV Ausschüsse weitergeleitet

Mit ungefähr 500 Unterschriften beteiligten sich die Müggelheimer für einen Antrag zum Umweltmonitoring (Trinkwasserschutzgebiete).

Hier der Antrag Antrag_vom_15_05_2012

Es gab nun eine Abstimmung in der BVV-Abgeordneten, die sich mehrheitlich dafür aussprachen. Das Thema wird nun an zwei Bezirksausschüssen weitergereicht. Zum einen dem  „Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit“ und dem „Ausschuss für Umwelt- und Naturschutz und Grünflächen“. Das begrüßen wir und erhoffen uns von den Ausschüssen als Ergebnis die Installation eines Monitoringsystems für alle im Antrag benannten Orte um die Umweltbelastung durch den Flughafen aufzuzeichnen.

Wir dürfen also gespannt sein, wie das Thema weiter behandelt wird.

Schockierend – Köpenicker Stellungnahme von 1994

Dieses Dokument sollte jeder einmal lesen, auch wenn es von 1994 ist, enthält es doch die eine oder andere Information, die einem den Atem stocken lassen kann.

  • Man geht 1992 davon aus, dass bei Inbetriebnahme von Schönefeld, es pro Tag einen CO2 Ausstoß von 60,5 t geben wird.
  • Man sieht sich schon 1991 verpflichtet den Klimabündnis europäischer Städte beizutreten und möchte bis zum Jahre 2010 den CO2 Ausstoß halbieren.
  • Man stellt 1993 fest, das aus Gründen des Schutzes des Menschen und der Natur und unter Berücksichtigung der Köpenicker Naherholungsgebiete ein Standort in Schönefeld nicht in Frage kommt.
  • Köpenick verfügt über Landschaftsbereiche, die Berlin unter den Großstädten Europas auszeichnen und zu schützen sind.
  • Die Zahl der Lärmbetroffenen wird höher liegen, als in den Antragsunterlagen ausgewiesen ist.
  • Man stellt 1994 fest, das der Standort nicht stadtnah sein kann, wenn man einen 24h Betrieb umsetzen will.
  • Folgende Emmissionen wird es im Jahr 2010 geben
    • 142 t  Stickoxide
    • 1.907 t Kohlenwasserstoffe
    • 57 t Schwefeloxid
    • 2.378 t Kohlenmonoxid
    • 3 t Rußpartikel
  • Im Landschaftsprogramm von Berlin ist Köpenick zur Grundwasserneubildung und Trinkwassergewinnung vorgesehen, also als Bereich für Grundwasserschutz und Trinkwasserschutz eingeteilt.
  • Zu Schützen ist das gesamte Einzugsgebiet des Wasserwerkes Friedrichshagen mit einer Fläche von 1800 ha im Bereich von
    • Langer See
    • Seddinsee
    • Gosener Kanal
    • Müggelsee
    • Wilhelmshagen
  • Mit einem Betrieb des geplanten Flughafens ist die Trinkwasserversorgung für Berlin gefährdet.
  • Der Boden ist durch seine Beschaffenheit wenig vor dem Einsickern von Schadstoffen gesichert, die dann im Trinkwasser landen.
  • Die Wälder Berlins sind als wichtiges Naherholungsgebiet der Stadt zu erhalten.
  • Der Wald ist schon 1993 (Waldschadenbericht) stark geschädigt und hochempfindlich gegen zusätzliche Schadstoffe aus Luft und Boden. Man spricht schon damals von einer Existensbedrohung.
  • Die betroffene Gegend ist Einzugsgebiet von rastenden Wasservögeln die dann gefährdet sind. Betroffen sind die Gebiete:
    • Seddinsee
    • Gosener Wiesen
    • Zeuthener See
    • Dämeritzsee
    • Müggelsee
    • Spreewiesen
  • Die Gefährdung von seltenen Insekten und Vögeln durch das rechnerisch 1-2 mal im Jahr vorkommende Ablassen von Kerosin.
  • Man geht insgesamt von einer Verarmung von Flora und Fauna aus.

Aber lest doch bitte selber den kompletten Bericht und fragt euch warum das alles so geschehen konnte. Und noch viel schlimmer warum es auch in Zukunft immer weiter gehen wird. Es geht schlechthin um die Existenz unseres geliebten Lebensraumes.

Geht auf die Straße!

Bezirksamt_UVP1994_klein