Guter Nachbar Flughafen

Die Themen:

  • Schallschutzkonferenz
  • Was ist eine Anspruchsermittlung (ASE)?
  • Dezibel, Innendämmung, Außendämmung, Dampfsperre usw.?
  • Welche Risiken birgt die ASE?
  • Welche Verpflichtungen gehen Sie bei der Beauftragung von Baufirmen auf Grund einer Anspruchsermittlung ein?

Tag gegen Lärm 2014 – Die Ruhe weg

Der „Tag gegen Lärm – International Noise Awareness Day“ (TgL) findet seit 1998 in Deutschland statt. Die Sensibilisierung in Bezug auf die Lärmproblematik sowie die Verbreitung des Wissens um Ursachen und Folgen des Lärms (sozial und gesundheitlich) sind elementare Bausteine des „Tag gegen Lärm“. Darüber hinaus stellt die fortgesetzte Aufklärung der Bevölkerung über Schall und seine Wirkung sowie nachhaltige Maßnahmen zu seiner Reduzierung in den unterschiedlichen Lebensbereichen eine zentrale Aufgabe des Aktionstages dar. Anhand von Aktionen rund um den „Tag gegen Lärm“ wird die Öffentlichkeit nachhaltig über das Thema Lärm informiert, und zwar unter dem Aspekt der Veränderung von lärmbelastenden Lebenssituationen.

Der „Tag gegen Lärm“ richtet sich an alle am Lärm, seinen Ursachen, seiner Wirkung und seiner Bekämpfung Interessierten und vom Lärm Betroffenen einschließlich der fachlich interessierten Kreise und der politisch Verantwortlichen (Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft, Politik). Der „Tag gegen Lärm“ trägt dazu bei, dass Bürgerinnen und Bürger sachkundig Lärmprobleme lösen können. Es soll aber auch vermittelt werden, wie wichtig der Schutz des Gehörs ist.
Mit Hilfe des jährlich stattfindenden Aktionstages informiert die Deutsche Gesellschaft für Akustik (DEGA) die Bevölkerung – darunter in verstärktem Maße Kinder und Jugendliche – vielseitig über die unterschiedlichen Lärmbelastungen und ihre Folgen. Durch die Unterstützung der Medien wird auch die Aufmerksamkeit bei den politischen Verantwortlichen geweckt und so Einfluss auf die Fortentwicklung der Lärmschutzpolitik genommen. Ziel des Aktionstages ist daher auch, die langfristige und nachhaltige Stärkung und Vertiefung des lärmbezogenen Umweltbewusstseins zu fördern.

Lesen Sie hier mehr auf der Internetseite http://www.tag-gegen-laerm.de

Regierung opfert Gesundheitsschutz

2014-04-11_PM-FBI_VI-Nachtflug Beschluss

Abgeordnete der Berliner Regierung opfern Gesundheitsschutz dem Milliardengrab BER

Beschluss des Abgeordnetenhauses stellt sich als Mogelpackung heraus
Berlin, 11.4.2014

Die Volksinitiative „Nachtflugverbot“ ist von den Abgeordneten der Regierungsfraktion aus SPD und CDU am 10. April abgelehnt worden. Damit finden keine Verhandlungen zwischen Berlin und Brandenburg über ein Nachtflugverbot von 22 – 6 Uhr am BER und für Tegel statt. Der medizinisch begründete, notwendige Gesundheitsschutz wird den Bürger Berlins und Brandenburgs verweigert.

Noch am Montag, 7. April, hatten die Vertreter der Volksinitiative Hoffnung auf eine bürgerorientierte Entscheidung gehabt, als die sogenannte Beschlussempfehlung bekannt wurde, in der es hieß: „Das Abgeordnetenhaus hat Kenntnis genommen von dem Anliegen der Volksinitiative `Nachtflugverbot´ und setzt sich dafür ein, dass für die vom Fluglärm betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner ein größtmöglicher Lärmschutz gewährleistet wird.“

Der „größtmögliche Lärmschutz“ entpuppte sich in der Diskussion des Abgeordnetenhauses aber als das, was schon bekannt ist, und was medizinisch völlig unzureichend ist. Es soll dabei bleiben, dass der BER mit 19 Stunden am Tag viel zu lange lärmt, und die Bürger nur in einem Teil der Nacht von 0 – 5 Uhr Ruhe bekommen. Deutlich wurde das erst durch den Antrag aller Oppositionsparteien, dessen Formulierung die Probleme klarmachte. (http://www.parlament-berlin.de/ados/17/IIIPlen/vorgang/d17-1572-1.pdf)

„Der Beschluss des Abgeordnetenhauses ist eine wachsweich formulierte Mogelpackung, die keinem Bürger hilft. Ein medizinisch gebotener Schutz vor Fluglärm zusätzlich in der Zeit von 22 bis 0 Uhr und von 5 bis 6 Uhr wird nicht kommen, damit werden bewusst Schädigungen der Bürger in Kauf genommen“, kommentierte heute Morgen Dr. Henning Thole, Mediziner und Vertrauensperson der Volksinitiative.

Die Vertreter der Volksinitiative können nicht nachvollziehen, warum die Bürger für das völlig missratene Projekt „BER“ mit ihrer Gesundheit bezahlen sollen. Es scheint so, dass der Senat die am Abend des 10. April bekannt gewordenen 1,1 Milliarden Euro, die der Flughafen erneut als Nachschuss braucht, auf Kosten der Gesundheit der Menschen „erwirtschaften“ will. Dies soll durch die Durchsetzung eines rücksichtslosen Flugbetriebes in der Nacht und den frühen Morgenstunden passieren. Diese „Wirtschaftlichkeit“ macht krank.

Völlig sprachlos macht, was nach einer Pressemeldung zufolge der SPD-Abgeordnete Sven Heinemann gesagt hat: „Trotzdem werde der neue Flughafen der am besten vor Lärm geschützte in ganz Europa.“ (http://www.focus.de/regional/berlin/prozesse-richter-entscheiden-ueber-weitere-flugroute-vom-neuen-flughafen_id_3756282.html)

Die Politik begreift scheinbar noch nicht einmal, dass die Bürger und nicht der Flughafen vor Lärm zu schützen sind.

Auf Kosten der Gesundheit der Bürger Berlins und Brandenburgs für mindestens 6 Milliarden Euro eine überdimensionierte Shoppingmall mit Flugsteigen in den Sand zu setzen, ist an Zynismus und Arroganz nicht mehr zu überbieten. Die Bürgerinnen und Bürger werden dieses Versagen der verantwortlichen Politiker und der Verantwortlichen beim Flughafen nicht nur mit Steuergeldern in Milliardenhöhe, sondern darüber hinaus auch mit Ausgaben für Krankenversicherung und Medikamente und letztlich mit ihrer Gesundheit zu bezahlen haben.

Hintergrundinformation zur Chronologie:

Continue reading

Der Lärm wird kommen und er wird gewaltig kommen

– Spitzenpegel: Sie verursachen die Schäden! Interview mit Prof. Münzel, Uniklinik Mainz
– Nachtflugverbot: Der Kompromiss der keiner ist. Interview mit Rainer Bretschneider
– Wowereit: Berlin gehts gut! Geht es Berlin wirklich gut?

Vielen Dank an BBB TV.

Die „Zähmung“ der Luftfahrtindustrie

Die BI-Müggelheim unterstützt mit zahlreichen anderen Bürgerinitiativen und Organisationen eine Petition an das Europäische Parlament – Die Zähmung der Luftfahrt (Taming Aviation).

Dabei fordern wir:

  1. Auf allen Europäischen Flughäfen ein absolutes und unbedingtes Start- und Landeverbot in der Nacht für einen ununterbrochenen Zeitraum von 8 Stunden als Mindeststandard zum Schutz der menschlichen Gesundheit.
  2. Die Belegung von Kerosin mit Energiesteuer binnen kürzester Zeit, als Zwischenlösung die sofortige Einbindung der Luftfahrt in den Klimazertifikatshandel.
  3. Die Abschaffung jeglicher Form der Umsatzsteuerbefreiung oder Nullbesteuerung von Flugtickets und die volle Einbindung der Luftfahrt in das Umsatzsteuersystem der Europäischen Union zu Standardsätzen.
  4. Das Verbot jeglicher Art von Incentive-Zahlungen auf Europäischen Flughäfen, seien es Subventionen, Kick-backs oder Rabatte, und das Gebot, Infrastrukturleistungen auf Flughäfen auf Grundlage allgemeiner, umfassender und transparenter Tarife zu erbringen.

Mehr Infos dazu finden Sie auf: http://www.tamingaviation.eu

Die Belastungen durch die zivile Luftfahrt in Europa sind in den letzten zwei Jahrzehnten drastisch angestiegen. Mittlerweile bedrohen sie den Lebensraum des Menschen, sie gefährden seine Gesundheit, sie entwerten seinen Wohnraum und beeinträchtigen massiv seine Lebensqualität. Diese Entwicklung ist nicht zuletzt eine Folge der steuerlichen und politischen Privilegierung der Luftfahrt, der jegliche sozioökonomische Rechtfertigung fehlt. In dieser übermächtigen und ungezügelten Form darf die Luftfahrt nicht belassen werden, sie muss gezähmt werden. Die Zeit ist reif für Taming Aviation.

Starts und Landungen verursachen besondere Lärmbelastungen für die Umwelt, diese werden in abstrakten, realitätsfernen Berechnungen kleingeredet. Nicht einmal der Schlaf, ein absolutes Grundbedürfnis des Menschen, wird in seiner unabdingbaren Notwendigkeit respektiert.

Die Luftfahrt ist einer der großen Klimasünder, dennoch ist sie von der Energiesteuer befreit und der Klimazertifikatshandel wurde für die Luftfahrt „ausgesetzt“. Überdies ist der Personentransport in der zivilen Luftfahrt von der Umsatzsteuer befreit. Die Luftfahrt agiert somit nicht nach den Grundsätzen der Kostenwahrheit und trägt nicht adäquat zum Steueraufkommen bei. Für diese Steuerprivilegien, die zu gigantischen Steuerausfällen für die Gemeinschaft führen, gibt es keine Rechtfertigung.

Flughäfen locken Airlines mit „Incentives“ verschiedenster Art an. Diese Leistungen führen zu Intransparenz, erzeugen einen künstlichen Bedarf an Transportleistungen und bewirken so Marktverzerrungen.

Ruhig bleiben?

(Symbolbild: dpa)

(Symbolbild: dpa)

Anlässlich des internationalen Tag des Lärms der jährlich am 24. April stattfindet und darauf aufmerksam macht, wie Lärm unsere Lebensqualität beeinträchtigt, möchten wir auf einen wunderbar anschaulichen Vortrag von Johann Gross aufmerksam machen. Das Manuskript kann als Sitzungsbericht der Leibnitz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin heruntergeladen werden. Wir empfehlen sich etwas Zeit und Ruhe zu gönnen um dieses Skript durchzulesen.

Wir versuchen an dieser Stelle sehr verkürzt die wichtigsten Punkte zusammenzufassen.

Das auditorische System nimmt kontinuierlich akustische Informationen auf, sowohl im  Wachzustand als auch im Schlaf. Verschiedene Hirnstrukturen filtern und interpretieren ständig diese Signale. Die Langzeit-Einwirkung von Lärm hat schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit und die Lebensqualität. Es gibt sichere Befunde, dass Lärm das Risiko von Erkrankungen erhöht. Grundlage dieser Störungen ist die Stress-Reaktion des Organismus. Die strikte Einhaltung der WHO-Empfehlungen zum Lärmschutz ist für die Gesundheit der Bevölkerung ist dringend notwendig.

In Deutschland findet wie auch in andere Industriestaaten ein Lärmbelästigung statt. So fühlen sich am Tag 10% der Bevölkerung mit mehr als 65 dB (A) belästigt und  49 % der Bevölkerung mit mehr als 55 dB (A). Nachts werden 17 % der Bevölkerung mit mehr als 55 dB (A) und 49 % mit mehr als 45 dB (A) belästigt.
Die schlimmsten Lärmquellen sind: Straßenverkehr, die Nachbarn, der Flugverkehr, die Industrie und der Schienenverkehr.

Verkehrslärm wird am meisten störend empfunden.

In einem Städte-Lärmranking schneidet Berlin mit Platz 6 ziemlich schlecht ab. Lärmschwerhörigkeit ist mit ca. 5500 neuen Krankheitsfällen im Jahr die häufigste anerkannte Berufskrankheit in Deutschland. 

Die LARES Studie bestätigt, dass chronische Belästigung durch Verkehrslärm bei Erwachsenen (18–59 Jahre) mit einem erhöhten Risiko für das Herz-Kreislauf-System verbunden sein kann. Bei einer chronischen Belästigung durch Verkehrslärm (>55dB) sind signifikant erhöhte Risiken für verschiedene kardiovaskuläre Symptome sowie für Bluthochdruck nachzuweisen. Erkrankungen des Atmungssystems und der Gelenke stehen ebenfalls in Beziehung zum Grad der Lärmbelästigung. Ausgeprägte Wirkungen einer chronischen Belästigung durch Verkehrslärm waren im psychischen Bereich zu verzeichnen. Der Trend zur Depression (SALSA) sowie ärztlich diagnostizierte Depressionen traten bei starker chronischer Belästigung durch Verkehrslärm signifikant  häufiger auf. Darüber hinaus war ein stark erhöhtes Migräne-Risiko zu verzeichnen. Die starke Belästigung infolge Verkehrslärms stellt ein erhöhtes Erkrankungsrisiko dar und muss als eine ernst zu nehmende Gesundheitsgefährdung eingestuft werden (siehe Tabelle 2 im Manuskript . Bei erhöhter Lärmeinwirkung ist das Risiko für Erkrankungen wie Bluthochdruck, Bronchitis, Depression oder Migräne wesentlich höher.

Warum hat nun Lärm solche Auswirkungen auf unseren Körper?

Die Besonderheit des Sinnesorgans Ohr, dass es immer aktiv ist, Tag und Nacht. Lärm kann ein klassisches Stress-Syndrom auslösen. Stress ist der Versuch der Anpassung des Organismus auf verschiedene Belastungen wie Lärm, körperliche Schädigung, Hitze, Kälte usw. Die physiologische Reaktion dient der Erhöhung der Leistungsbereitschaft des Organismus für die Bewältigung der neuen  Anforderungen. Sichtbar wird das an der ansteigenden Herzfrequenz. Lärm aktiviert die Freisetzung von Adrenalin und Noradrenalin und führt zu einer Gefäßverengung und der Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdruckes. Lärm führt zur Ausschüttung von Cortisol und Corticosteron und haben bei chronischer Einwirkung weitreichende Konsequenzen für den Stoffwechsel, das Immunsystem und Entzündungsprozesse.

Deshalb sollten wir uns vor Lärm schützen!

Sowohl epidemiologische als auch experimentelle Untersuchungen belegen, dass es viel Grund gibt, sich gegen Lärm zu wehren.

Schlafstörungen infolge Lärms münden in dem subjektiven Gefühl, dass man schlecht geschlafen hat. Objektiv findet man erhöhten Herzschlag, erhöhten Spiegel von Stresshormonen und eine Verschlechterung der kognitiven Leistungen (Wahrnehmung,  Erkennen, Vorstellen, Urteilen, Gedächtnis, Lernen und Denken). 

Mit dem Bau eines Flughafens in dicht besiedeltem Gebiet fördert und duldet man die genannten Erkrankungen. Auch Personen, die nicht direkt vom Lärm betroffen sind, werden letztlich indirekt betroffen durch höhere Kosten für die medizinische Betreuung, die von allen aufgebracht werden müssen.

Das Oberverwaltungsgericht entschied dass ein Lärmpegel von 55 dB in den Häusern und Wohnungen nie überschritten werden darf. Die Flughafengesellschaft vertrat bislang die Ansicht, in den sechs verkehrsreichsten Monaten des Jahres dürfe es sechsmal täglich lauter werden. Das Gerichtsurteil ist ein großer Fortschritt, gemessen an dem, was die Flughafengesellschaft vorgesehen hatte. Es ist aber nicht ausreichend. Die Empfehlungen der WHO können nur bei einem strikten Nachtflugverbot eingehalten werden.

Die Mehrheit der Betroffenen wird auf die Dauer krank. Daher sollte es im Interesse aller Bürger sein, die Forderung nach einem Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr mit allen Kräften zu unterstützen. Alle medizinischen Befunde unterstützen die Richtigkeit dieser Forderung

Quelle:

Johann Gross; Lärm-induzierte Erkrankungen des Menschen, Vortrag in der Klasse für Naturwissenschaften am 13. September 2012
http://leibnizsozietaet.de/wp-content/uploads/2012/12/18-Gross.pdf

Links:

Dringender Appell zum Schutz der Bevölkerung

Wir möchten an dieser Stelle die Pressemitteilung der Bezirksärztekammer Rheinhessen teilen. Es geht um einen dringenden Appell an die Staatskanzleien, die Landesparlamente und den Bundesrat sich für einen wirklichen Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm einzusetzen.

Hier die Meldung:

Der Arbeitskreis „Ärzte gegen Fluglärm“ fordert in einer gemeinsamen Resolution zusammen mit der Bundesvereinigung gegen Fluglärm, dem BUND, dem VCD, dem  NABU, der Deutschen Umwelthilfe, dem Arbeitsring Lärm der DEGA und der  Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fluglärmkommissionen die Verantwortlichen der Länder und den Bundesrat auf, in der den Fluglärmschutz betreffenden Bundesratsinitiative alleine den Gesetzesantrag von RheinlandPfalz (BR-Drucksache  90/13) zu unterstützen.

Nur der Antrag aus Rheinland-Pfalz, der von Baden-Württemberg unterstützt wird, verfolgt aus Sicht der Ärzte die Ziele, die der 115. Deutsche Ärztetag 2012 zum Schutz der Bevölkerung vor Lärm gefordert hat.

Der Arbeitskreis „Ärzte gegen Fluglärm“ fordert die Verantwortlichen der Staatskanzleien, der Länder und den Bundesrat auf, sich für einen wirklichen Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm einzusetzen.

Die Schädigungen, die durch Fluglärm und Flugzeugemissionen entstehen, belasten die Bevölkerung erheblich. Fluglärm führt nachweisbar u.a. zu Lern- und Gesundheitsstörungen bei Kindern und Gesundheitsstörungen bei Erwachsenen, im Ergebnis zu vermeidbaren Krankheiten und im schlimmsten Fall zu vorzeitigem Tod. Schäden an Mensch und Umwelt durch Flugzeugemissionen und vor allem durch Fluglärm sind dabei zu großen Teilen vermeidbar. Dazu bedarf es aber eines Gesetzes, dass den Menschen in den Mittelpunkt des Interesses und des Schutzes stellt.

Die Politiker sind verpflichtet, den gebotenen Schutz der Bevölkerung durch die richtigen Gesetzesänderungen herbeizuführen und zu garantieren.

Hintergrund
Aktuell liegen dem Bundesrat drei Anträge der Länder Rheinland-Pfalz, Hessen und Brandenburg vor. Im Kern geht es bei der Bundesratsinitiative aus Rheinland-Pfalz (der sich Baden-Württemberg angeschlossen hat) um eine Änderung des Luftverkehrsgesetzes, damit bei der Festlegung von Flugrouten und anderen Flugverfahren dem Lärmschutz höhere Priorität eingeräumt wird gegenüber wirtschaftlichen Interessen. Zweiter wesentlicher Inhalt der Rheinland-Pfälzischen Initiative ist eine Änderung von § 32 Luftverkehrsgesetz, damit für die erstmalige Festlegung und wesentliche Änderungen von Flugrouten ein transparentes Verfahren eingeführt wird, bei dem die Bürgerinnen und Bürger erstmalig Einwendungs- und Klagemöglichkeiten erhalten. Schließlich soll bei der Festsetzung von Flugrouten durch Rechtsverordnung durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung zukünftig auch das Einvernehmen statt wie bisher das bloße Benehmen des Umweltbundesamtes erforderlich sein.

Die Anträge aus Hessen und Brandenburg weichen in wichtigen Definitionen von aktueller Rechtsprechung ab und müssen in ihren Auswirkungen aus Sicht der Ärzte als schädlich für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung betrachtet werden. Im Entwurf aus Brandenburg ist keine Hinwirkungspflicht zur Lärmreduzierung definiert, sondern nur noch eine Begründungspflicht festgelegt, wenn Lärmschutzmaßnahmen unterbleiben. Mit einer solchen Regelung kann kein effektiver Lärmschutz erfolgen.

Weitere Informationen finden Sie auf dem Informationsportal des Arbeitskreises „Ärzte gegen Fluglärm“ unter www.fluglaerm-fakten.de

Die Original-PM finden sie hier: pm_fluglaermag_02_13

Mehr Schlaganfälle und Herzkrankheiten“ – Der Arzt und Forscher Eberhard Greiser erklärt im Gespräch mit der FR, warum Fluglärm für den Körper Stress bedeutet und krank macht und nächtlicher Fluglärm besonders gefährlich ist. Lesen Sie hier mehr: Interview Professor Greiser in der Frankfurter Rundschau 2010

 

Katastrophenschutz Fehlanzeige

Dies ist die vorläufig letzte Sendung von BBB TV, aus gesundheitlichen Gründen wird es auf absehbare Zeit keine neuen Sendungen mehr geben.
Die BI Müggelheim bedankt sich recht herzlich für die vielen interessanten und unabhängigen Berichten des BBB TV, wohl wissend um die harte Arbeit die dahinter steckt. Wir wünschen für die Zukunft alles erdenklich Gute. Vielen Dank für ihr Engagement!

Tegel: Katastrophenschutz Fehlanzeige
Verockerung der Spree: Sie haben es gewusst
Wortmeldung: Michael Jungclaus (MdL) Brandenburg, Bü90/Grüne
Nachtflugverbot: Wer will welche Zeiten?

Nachtflugverbot sofort, Herr Platzeck!

Laut der Änderung und Neufassung der Genehmigung des Verkehrsflughafens Berlin-Schönfeld, zukünftig Verkehrsflughafen Berlin-Brandenburg, gibt es folgende Flugbetriebliche Regelungen

Ab Inbetriebnahme der planfestgestellten neuen Südbahn unterliegt der Flugbetrieb folgenden Einschränkungen:

1. In der Zeit zwischen 23:30 und 05:30 Uhr Ortszeit dürfen keine Luftfahrzeuge starten oder landen.

Außerdem gibt es folgende nachträglich Anordnung in der man nachträgliche Beschränkungen des Flugbetriebes zum Schutze der Bevölkerung vor Fluglärm anordnen darf.

XIII Vorbehalt nachträglicher Anordnungen

Die Anordnung nachträglicher Beschränkungen der Genehmigung für den Betrieb sowie die Änderung oder Ergänzung der Auflagen oder die Festlegung weiterer Auflagen, etwa zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der Erhaltung und Verbesserung der flugbetrieblichen Sicherheit, bleiben vorbehalten. Dies gilt insbesondere auch für Anordnungen, die dem Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm sowie dem Immissionsschutz dienen.

Warum wird also lange um den heißen Brei geredet, wenn man Taten folgen lassen könnte?

Siehe dazu auch den Beitrag von Wolfgang Nešković in der Zeitung Niederlausitz aktuell. http://www.niederlausitz-aktuell.de/artikel_6_27270.php

Quelle: Büro Wolfgang Neskovic, MdB